Weinlexikon: Begriffe mit M
Kohlensäuremaischung: Gärverfahren mit ganzen, unzerquetschten Trauben unter CO2-Atmosphäre, das intrazelluläre Gärung auslöst und fruchtbetonte, tanninarme Weine erzeugt (klassisch beim Beaujolais Nouveau).
Beabsichtigte oder fehlerhafte oxidative Alterung durch Wärme und Luft, benannt nach dem Madeira-Ausbau; erzeugt Nuss- und Karamellnoten, bei Tafelweinen ein Fehlton (Firne).
Großflasche mit 1,5 Litern Inhalt, entspricht zwei Standardflaschen; gilt wegen des langsameren Reifeverlaufs als ideales Format für die Flaschenlagerung.
Gemisch aus zerquetschten Trauben, Saft, Schalen, Kernen und ggf. Stielen, das die Ausgangsbasis der Gärung bildet.
Vergärung des Mostes zusammen mit den Beerenschalen, üblich bei Rotwein, um Farbstoffe, Tannine und Aromen aus den Schalen zu lösen.
Zeitspanne, in der der Most vor oder während der Gärung auf den Schalen verbleibt; steuert Extraktion von Farbe, Gerbstoff und Aroma.
Biologischer Säureabbau (BSA): bakterielle Umwandlung der harschen Apfelsäure in mildere Milchsäure, die den Wein weicher und stabiler macht.
Weit verbreitete, ursprünglich mediterrane Rebsortenfamilie; in Italien für aromatische Weiß- und Süßweine (u. a. im Frascati und in Passito-Weinen) genutzt.
Sizilianischer aufgespriteter Likörwein aus dem Raum um die Stadt Marsala, in verschiedenen Süße- und Reifegraden von trocken bis süß erhältlich.
Kontakt des Mostes oder Weins mit festen Traubenbestandteilen zur Extraktion von Farbe, Tannin und Aroma; auch als Kaltmazeration vor der Gärung.
Italienische Bezeichnung für die klassische Flaschengärung (z. B. Franciacorta, Trento DOC); entspricht der Méthode Traditionnelle des Champagners.
Kontrollierte Zufuhr kleinster Mengen Sauerstoff während des Ausbaus, um Tannine zu runden und die Farbe zu stabilisieren.
Milde Säure, die beim biologischen Säureabbau aus Apfelsäure entsteht und dem Wein eine weichere, cremigere Textur verleiht.
Französischer Ausdruck für den Jahrgang; bei Schaumwein kennzeichnet ein Millésime-Wein einen Jahrgangssekt aus nur einem Erntejahr.
Sensorischer Sammelbegriff für kühle, salzig-steinige oder feuersteinartige Eindrücke im Wein, oft mit Herkunft und Boden assoziiert.
Rote italienische Rebsorte Mittelitaliens (Abruzzen, Marken) für farbkräftige, weiche Rotweine; nicht zu verwechseln mit dem Ort Montepulciano in der Toskana.
Italienische Bezeichnung für Muskatsorten; Basis aromatischer, oft süßer und leicht perlender Weine wie Moscato d'Asti.
Unvergorener oder gärender Traubensaft samt Schwebstoffen; die Vorstufe des Weins vor Abschluss der alkoholischen Gärung.
Maß für den Zuckergehalt des Mostes, in Deutschland in Grad Oechsle angegeben; entscheidend für Alkoholpotenzial und Prädikatseinstufung.
Französischer Begriff für schäumend; bezeichnet Schaumweine mit vollem, anhaltendem Kohlensäuredruck (Vin Mousseux).
Weinfehler mit dumpf-modrigem, kellrigem Geruch, meist durch Korkfehler (TCA) oder unhygienische Fässer verursacht.
Taktiler Gesamteindruck des Weins am Gaumen, geprägt von Körper, Tannin, Säure, Alkohol und Textur.
Alte, intensiv aromatische Rebsortenfamilie mit typischem Duft nach Muskat, Blüten und Trauben; für trockene wie süße Weine verwendet.
Traditionelle Flaschengärung mit zweiter Gärung in derselben Flasche, in der der Schaumwein verkauft wird; Grundverfahren von Champagner und Crémant.